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Immunparameter

I1 IgA, Fäkales sekretorisches Immunglobulin A (sIgA)

Mit der Nahrung gelangen unzählige potentiell infektiöse und/oder antigenwirksame Agentien in das Darmlumen, deren Eindringen in den Organismus es zu verhindern gilt. Hinzu kommt die massive Besiedlung des Gastrointestinaltraktes mit der körpereigenen Standortflora, die ebenfalls davon abgehalten werden muß, in das Körperinnere vorzudringen. Auf der anderen Seite muß der Darm durchlässig für die Nahrungsbestandteile sein. Dem darmassoziierten Immunsystem (GALT) kommt daher eine frühe phylogenetische Bedeutung bei der Ausbildung der Immunabwehr zu.

Das sekretorische Immunglobulin A wird arbeitsteilig von den Epithelzellen der Schleimhäute und den in den subepithelialen Bereichen gelegenen Plasmazellen synthetisiert.
Um einen ersten Überblick über den aktuellen Funktionszustand des GALT zu erhalten, bedient man sich der sIgA Bestimmung, die die Sekretionsleistung und den Stimulationsgrad der in der Submukosa des Intestinums gelegenen Plasmazellen wiederspiegelt.
 
Verminderte sIgA-Werte im Stuhl sind v. a. bei folgenden Erkrankungen zu beobachten:

  • Erkrankungen des allergischen Formenkreises (z.B. atopische Rhinitis, Asthma bronchiale,  Neurodermitis, Lebensmittelallergien)
  • Erhöhte Infektanfälligkeit (z. B. rezidivierende Infekte im HNO-Bereich)
  • Immunsuppressive Zustände (z. B. durch Chemotherapie, Bestrahlung)
  • Darmmykosen, sonstige Mykosen

Die Bestimmung des fäkalen sIgA erlaubt unter anderem Rückschlüsse auf den Erfolg immunmodulativer Maßnahmen, z. B. im Rahmen einer mikrobiologischen Therapie.

Normalbereich: > 0,7 mg/g Stuhl
Hinweis auf Beeinträchtigung des darmassoziierten Immunsystems: ≤ 0,7 mg/g Stuhl

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